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192 Seiten 17x24 cm gebunden, 84 Farb- und 205 SW-Fotos, 21 Skizzen, ISBN 978-3-933613-86-8
Vor genau 110 Jahren erhielt die Klingenstadt Solingen ihre erste Straßenbahnlinie und vor 55 Jahren nahm hier der Obus den Dienst auf. Heute verfügt sie mit 49 „Stangentaxen“ und einem Fahrleitungsnetz von 98,7 km über den größten deutschen Verkehrsbetrieb unter zwei Drähten.
Die Anfänge des öffentlichen Nahverkehrs Solingens gehen auf das Jahr 1897 zurück, als hier die ersten beiden Straßenbahnlinien verkehrten. Zur Anbindung der damals eigenständigen Gemeinden Ohligs, Gräfrath und Wald eröffnete die Solinger Kreisbahn im Jahr 1898 gleich drei Strecken, wofür sie in den ersten zehn Jahren 34 Trieb- und 22 Beiwagen besaß, während die Stadtbahn nur über 18 Trieb- und 8 Beiwagen verfügte. Im Jahr 1929 verschmolzen beide Bahnen miteinander, während das Netz nach Widdert (1926) und Hästen (1929) erweitert sowie von der früheren Wermelskirchen-Burger Eisenbahn der Abschnitt Burg – Krahenhöhe übernommen wurde. Das sechs Linien umfassende Netz schrumpfte bis 1939 durch Zusammenlegung oder Einstellung kleinerer Teile auf vier Linien. Weil die Straßenbahn sich von den Kriegsschäden nur schwer erholte, entschied man sich stattdessen für den Obus, der 1952-59 die Straßenbahn nach und nach ablöste. In den 60er Jahren umfaßte der Obusbetrieb bereits 38 km Linienlänge und 75 Fahrzeuge. Generell fuhr man alle zehn, im Berufsverkehr alle fünf Minuten. Daneben vergrößerte sich das Omnibusnetz nach 1948 von vier auf elf Linien.
Während andernorts in den 60er Jahren zahlreiche Obusbetriebe stillgelegt wurden, beschaffte man in Solingen 80 dreiachsige, recht kantige Obusse. In den 80er Jahren, als das Netz um 3,6 km erweitert wurde, erschien die dritte Obusgeneration, und zwar 21 Gelenk- und 46 Solowagen. Im August 1993 vergrößerte sich das Netz schließlich um zwei Strecken auf 69,7 km Linienlänge. Nach reger Diskussion über den Fortbestand votierte man letztlich für eine neue Fahrzeuggeneration, von denen 2001 die ersten 15 Wagen und ein Jahr später weitere zwanzig in Dienst gingen. Mittlerweile steht die Beschaffung von 15 weiteren Gelenk-Obussen als Ersatz der letzten Solowagen bevor. Vor dem Hintergrund solch hoffnungsvoller Perspektiven blicken wir mit diesem Buch, das zum Dreifachjubiläum „110 Jahre Solinger Stadtverkehr / 55 Jahre Solinger Obus / 50 Jahre Obus nach Widdert“ erscheint, zurück auf die Geschichte aller Betriebszweige. Die Straßenbahn hat das Stadtbild jahrzehntelang geprägt, doch längst hat sie im Obus einen würdigen, leistungsfähigen und umweltschonenden Nachfolger gefunden.
Die gediegene Dokumentation mit ihren faszinierenden Bildern und lesenswerten Beschreibungen ist eine gründlich überarbeitete, ergänzte und aktualisierte, mit neu entdeckten historischen und prächtigen aktuellen Aufnahmen großteils neu illustrierte sowie auch drucktechnisch deutlich verbesserte Wiederauflage des 2002 erschienenen Werkes „Der Obus in Solingen“. Der Kauf sei auch jenen Lesern empfohlen, die das damalige Buch bereits besitzen.
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